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Künftige Nutzung der alten Bahntrasse zwischen Wegberg-Dahlheim und Roermond/Limburg

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Anfrage von Karl Sasserath an den Oberbürgermeister am 13.07.2018

Sehr geehrte Herr Oberbürgermeister,

namens der grünen Ratsfraktion wende ich mich an Sie vor dem Hintergrund aktueller Überlegungen des Wegberger Bürgermeisters Michael Stock (SPD), auf der alten Bahntrasse zwischen Wegberg-Dalheim und der niederländischen Provinz Limburg einen Radweg als Anbindung nach Roermond einzurichten. Wie zu lesen war, könnten nach den Vorstellungen von Bürgermeister Stock Berufstätige mit der Bahn bis Dalheim fahren und von dort mit dem Fahrrad zur Arbeit nach Roermond; für Touristen böte sich der Weg in den niederländischen Nationalpark „De Meinweg“ an.

Sollten Bürgermeister Stock und seine Stadtverwaltung grünes Licht für diese Idee bekommen, würde im nächsten Schritt geprüft werden, ob eine Machbarkeitsstudie finanziert werden kann, die sich mit der Frage beschäftigt, wie ein Radschnellweg zwischen Dalheim und Roermond – so er auf beiden Seiten gewollt ist – umsetzbar wäre. Um die Idee Wirklichkeit werden zu lassen, müsste der in Rede stehende Streckenabschnitt allerdings vollständig entwidmet und  finanzielle Fördermittel akquiriert werden.

Innerhalb unserer Fraktion haben diese Überlegungen jedoch Fragen nach der Sinnhaftigkeit eines solchen Projekts aufgeworfen. Aus unserer Sicht wäre es tatsächlich sinnvoller, die Strecke im Rahmen des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) zu nutzen.

Für einen Schnellradweg böte sich schließlich auch neben der Trasse genügend Raum, auch bei Beibehaltung der Widmung. Die für die Idee von Bürgermeister Stock notwendige Endwidmung des aktuell stillgelegten Streckenabschnittes von Dalheim bis zur Grenze sollte nach unserem Dafürhalten allerdings unbedingt vermieden werden.

Das Eisenbahn-Bundesamt hatte ja unlängst mitgeteilt, dass der Betrieb der Schienenstrecke zwischen Dalheim und der niederländischen Grenze dauerhaft eingestellt sei; die Bahntrasse zwischen Dalheim und Mönchengladbach ist von der Entscheidung allerdings nicht betroffen. Damit wäre ein Güterverkehr über den Bahnhof Dalheim in die Niederlande aber nicht mehr möglich. (Für den Güterverkehr von Antwerpen ins Ruhrgebiet ist inzwischen wohl eine Lösung in Sicht, nämlich die Streckenführung über Venlo).

Für die grüne Fraktion ist der Gedanke einer erneuten Betriebsaufnahme des Schienenpersonennahverkehrs von Dalheim nach Roermond im Hinblick auf die euregionale verkehrliche Weiterentwicklung unsere Region überaus spannend und weiterer Mühen wert.

Nach unseren Informationen hat die Euregio Rhein-Maas-Nord die Idee einer SPNV-Verbindung von Aachen über Maastricht und Roermond nach Dalheim bereits entwickelt. Folgt man Überlegungen, das Schienennetz der Euregiobahn dahingehend zu erweitern, bestünde in Dalheim dann die Möglichkeit, in den Zug nach Mönchengladbach umzusteigen. Mit einem neuen Halt in einem dafür unproblematischen Teil des Nationalpark Meinweg hätten die Partnerstädte  Mönchengladbach und Roermond eine schnelle Bahnverbindung (etwa 40 Min.). Roermond wiederum hat Umsteigeverbindungen in alle großen Städte der Niederlande (Amsterdam, Shiphol, Utrecht, Maastricht, etc.). Voraussetzung für diese Überlegungen ist allerdings der Umstand, dass Güterverkehr auf dieser Verbindung definitiv ausgeschlossen sein muss.
Sinnvoll erschiene uns vor dem Hintergrund der Einrichtung von Radschnellwegen die Idee, einen solchen von Mönchengladbach nach Wegberg einzurichten.

Dieser hätte insbesondere für Pendler einen weitaus höheren Nutzen und wäre möglicherweise als verkehrspolitisches Projekt eine lohnenswerte Ergänzung.

In Ihrer Funktion als Vorsitzender der Euregio Rhein-Maas-Nord bitten wir Sie, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sich nach Kräften dafür einzusetzen, dass die alte Bahntrasse zwischen Dalheim und Roermond künftig im Rahmen des Schienenpersonennahverkehrs genutzt werden kann.

Auf die tatkräftige Unterstützung der grünen Fraktion dürfen Sie in dieser Angelegenheit natürlich zählen!

Mit freundlichen Grüßen

Karl Sasserath, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/ Die Grünen

Antwort der Verwaltung vom 08. August 2018

Sehr geehrter Herr Sasserath,

zunächst darf ich mich für die Übersendung der Anregungen zum Bahn- und Radverkehr auf dem Streckenabschnitt zwischen Wegberg und der Provinz Limburg bedanken.

Die zukünftige Nutzung der Bahnstrecke ist sicherlich auch für die Stadt Mönchengladbach ein interessantes Thema im regionalen Kontext. Von Seiten meiner Fachverwaltung wurden bereits erste Vorüberlegungen, insbesondere im Zusammenhang mit der regionalen Bahnverknüpfung in Richtung der Niederlande, angestellt.

Die Stadt Mönchengladbach befürwortet die Wiederaufnahme des Bahnverkehrs, insofern die Widmung der Bahnstrecke Wegberg-Dalheim ausschließlich für den Schienenpersonenverkehr erfolgt.

Ebenso wird eine Radschnellverbindung von Mönchengladbach in die Provinz Limburg unterstützt. Die Trasse für den Radschnellweg könnte bspw. parallel zum Bahndamm verlaufen. Weitere mögliche Routen sind ebenso zu prüfen, da es in diesem Gebiet bereits einige attraktive Radwege in Richtung Roermond gibt. Die kommunale Initiative für einen möglichen Radschnellweg nach Roermond liegt für diesen Radschnellweg meines Erachtens zunächst bei der Stadt Wegberg, während seitens der Stadt Mönchengladbach derzeit Planungen für Radschnellwege nach Düsseldorf, Krefeld und in den Nordpark (LDI-1041) begonnen werden.

Sowohl die (potenzielle) Bahnverbindung als auch der mögliche Radweg stellen in jedem Fall interessante Themen für die zukünftige Beratung in der euregio rhein-maas-nord dar.

Mit freundlichen Grüßen

Hans Wilhelm Reiners, Oberbürgermeister

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