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Umweltbelastung von Kunstrasenplätzen

Fraktionsantrag

Ausschuss für Freizeit, Sport und Bäder: 20.11.2019

Umwelt- und Feuerwehrausschuss: 20.11.2019         

Beratungsgegenstand

Umweltbelastung von Kunstrasenplätzen  

Beschlussentwurf:

Der Freizeit-, Sport- und Bäderausschuss bittet die Verwaltung einen Bericht insbesondere zu den ökologischen Auswirkungen zur Errichtung und des Betriebs von Kunstrasenplätzen zu geben.

Dieser Bericht ist im Freizeit-, Sport- und Bäderausschuss sowie im Umweltausschuss vorzustellen.

Folgende Aspekte sollten dargestellt werden:

– Welche Materialien sind auf städtischen  Kunstrasenflächen in Sportstätten verbaut?

– Wie werden die verbauten Materialien bzgl. Ihrer Umweltverträglichkeit eingeschätzt?

– Wie viele qm umfasst die mit Kunstrasen ausgestattete Fläche?

– Kann eine Aussage zu möglichen Gesundheits- und Umweltrisiken der im Granulat befindlichen Risikostoffe getroffen werden?

– Ist eine Gesundheitsgefährdung der Sportler/innen zu befürchten?

– Gibt es alternative ökologisch unbedenkliche Materialen die grundsätzlich Verwendung finden könnten (wie z. B. Plätze aus kompostierbarem Kork-Kokosfaser-Gemisch)?

– Besteht die Möglichkeit bestehende Plätze mit einem geschlossenen Bewässerungssystem und Verwehungsschutz aus zu statten?

– Wie wird die Eignung der Alternativen bezüglich, Kostenaufwand, Nutzbarkeit, Pflegeaufwand und Umweltbilanz beurteilt?

– Wie beabsichtigt die Sportverwaltung einen erhöhten ökologisch verträglichen Anspruch zukünftig beim Sportstättenbau zu gewährleisten?

Begründung:

Fast flächendecken wird im Sportstättenbau auch in Mönchengladbach auf Kunstrasenbeläge gesetzt. Ökologische- und gesundheitliche Bedenken werden bei Kunstrasenflächen immer häufiger geäußert.

Insbesondere die verwendeten Granulatverfüllungen als Unterbau aus Plastik und Gummi, die zum Teil aus Altautoreifen gewonnen werden, sind im Hinblick auf Umweltaspekte bedenklich.  

Das Granulat setzt neben polyzyklischen, aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) auch weitere Gefahrenstoffe wie Schwermetalle frei. Diese werden kontinuierlich ins Grundwasser abgegeben. Nach einer Studie des Frauenhofer-Instituts gelangen in Deutschland jährlich ca. 8.000 Tonnen Mikroplastik allein durch Fußballkunstrasen in die Umwelt und in die Meere. Damit sind Sportplätze die zweitgrößte Quelle für Mikroplastik im Meer, gleich hinter dem Abrieb von Autoreifen, der beim Fahren entsteht. Der Plastikeintrag in die Umwelt sei deutlich höher als durch Kosmetik, Wasch- und Reinigungsmittel, so die Forscher.

Klär- und Abwasseraufbereitungsanlagen sind nicht in der Lage, diese Partikel gänzlich im Klärschlamm zu binden. Daneben nimmt man auch Partikel in der Sportkleidung mit nach Hause und diese gelangen über die Waschmaschine in den Wasserkreislauf.

Die im Granulat befindlichen Risikostoffe werden auch durch Hautkontakt aufgenommen und als Feinstaub eingeatmet. Besonders die PAK gelten als krebserregend.

Neben den geplanten Neuerrichtungen, stehen auch nun die ersten Kunstrasenflächen zur Sanierung in Mönchengladbach an. Es ist deshalb erforderlich  sich sachbezogen mit den Konsequenzen für Gesundheit- und Umwelt zu beschäftigen, die Verwendung von Alternativmaterialien  zu untersuchen und zu bewerten, um daraus aus sportfachlicher- baulicher-, finanzieller- und ökologischer Sicht  Entscheidungen treffen zu können.

Hierzu soll der erbetene Bericht die Diskussionsgrundlage schaffen.

 

Mönchengladbach, den 03.11.2019 

Bernd Meisterling-Riecks, Sportpolitischer Sprecher Bündnis 90/Die Grünen                

Bei diesem Antrag kam zu keiner Abstimmung, die Verwaltung legte ein umfangreiches Papier mit ausführlichen schriftlichen Antworten aller Fragen vor.

Zum umfangreichem Papier der Verwaltung ->

In der Ratssitzung wurde dieser Antrag vom Antragssteller zurückgezogen.

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