Anfrage der FraktionFraktionSchule/Bildung

Muttersprachlicher Unterricht

Personen

Anfrage von Karl Sasserath im Integrationsrat am 09.05.2017

Nicht zuletzt in Folge des Europäischen Einigungsprozesses ist die Zahl der Angehörigen der Europäischen Union, die nach Mönchengladbach ziehen, stark angestiegen. Eine Entwicklung, die unvermindert anhält. Dies gilt insbesondere für Angehörige der nachfolgenden Saaten der EU: Bulgarien, Griechenland, Polen, Rumänien, Spanien.

Bezogen auf die genannten Saaten und ihre Angehörigen bitte ich die Stadtverwaltung um Beantwortung der nachfolgenden Fragen:

Ist durch die Stadtverwaltung Mönchengladbach sichergestellt, dass die schulpflichtigen Kinder der genannten
europäischen Staaten auf dem Stadtgebiet Mönchengladbachs muttersprachlichen Unterricht erhalten?

An welchen Standorten in Mönchengladbach wird der muttersprachliche Unterricht differenziert nach genannten Nationen in Mönchengladbach erteilt?

Für schulpflichtige Kinder welcher Mitgliedsstaaten der Europäischen Union wird auf dem Stadtgebiet Mönchengladbach kein muttersprachlicher Unterricht erteilt und, was sind die Gründe hierfür?

Antwort der Verwaltung vom 22.6.2017

Sehr geehrte Frau Morschhoven,

vielen Dank für die Weiterleitung der Anfrage aus dem Integrationsrat vom 09.05.2017.

Zu den einzelnen Punkten gebe ich gerne folgende Informationen:

Der Herkunftssprachliche Unterricht ist ein zusätzliches Unterrichtsangebot für Schülerinnen und Schüler mit internationaler Familiengeschichte, die zwei- oder mehrsprachig in Deutsch und in einer oder mehreren anderen Sprachen aufwachsen.

Er wird nach Maßgabe der haushaltsrechtlichen und organisa­torischen Möglichkeiten und unter staatlicher Schulaufsicht an den Schulen angeboten. Insofern erklärt sich auch die Beschränkung auf die unten genannten Sprachen.

Die Mitgliedschaft eines Landes in der Europäischen Union ist kein Kriterium für die Einrichtung des HSU in der jeweiligen Sprache.

Verantwortlich für die Einrichtung ist nicht die Stadt Mönchengladbach, sondern das Land NRW.

In folgenden Sprachen wird HSU in Mönchengladbach angeboten:

Albanisch, Arabisch (Hocharabisch), Farsi, Griechisch, Italienisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Kroatisch, Spanisch, Türkisch.

Derzeit nehmen in Mönchengladbach ca. 1600 Schülerinnen und Schüler das Angebot des Herkunftssprachlichen Unterrichts wahr.

Der HSU wird an verschiedenen Schulstandorten im gesamten Stadtgebiet erteilt, Kriterien für die Standortauswahl sind einerseits die Erreichbarkeit für die Schülerinnen und Schüler, der Status als Stammschule für die Lehrerinnen und Lehrer und nicht zuletzt das geeignete Angebot an Räumen.

Die Anmeldung erfolgt über ein strukturiertes Anmeldeverfahren, welches durch die Schulen gesteuert wird.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Friedhoff, Schulamtsdirektor

Schreibe einen Kommentar