Beratungsvorlage Nr. 0712/X „Buchholzer Wald“

Personen

Gemeinsamer Fraktionsantrag
Bezirksvertretung West – Tischvorlage -: 01.06.2021
Ausschuss für Planung, Bauen und Stadtentwicklung: 08.06.2021
Ausschuss für Umwelt und Mobilität: 10.06.2021

Beratungsgegenstand:
Beratungsvorlage Nr. 0712/X

Vorentwurf der 3. Änderung des Landschaftsplanes der Stadt Mönchengladbach

Hier: Erweiterung des Vorentwurfs zur 3. Änderung des Landschaftsplanes der Stadt Mönchengladbach durch die Ausweisung von weiteren kleinen Teilgebieten zur Arrondierung des geplanten Naturschutzgebietes „Buchholzer Wald“

Begründung:
Die Verwaltung soll die geplante Ausweisung des „Buchholzer Wald“ zu einem Naturschutzgebiet mit den kleineren Teilflächen “Sittarder Krapp“ sowie das NSG “Sittarder Erlenbruch“, ergänzt um die Fläche des ehemaligen Schulhofgeländes in Sittard, arrondieren. Die Maßnahme begünstigt eine Vernetzung des geplanten NSG Buchholzer Wald, mit Hilfe dieser kleineren Waldflächen über den Ahlsbruchbach, den Mühlenbach bei Merreter, durch das Knippertzbachtal, den Schwalmbruch, den Beeker Wald bis ins Schwalmtal bei Wegberg und Rickelrath. Die Verbindung dieser Teilbereiche kann durch die Ausbildung von Heckenstrukturen, sogenannten Linienbiotopen, noch verstärkt werden.

Die Waldflächen liegen mit ihrer Nachbarschaft zum Priorshof, zum Voigtshof, zu den Dörfern Genholland, Baum etc. in einer offenen, nahezu idyllischen Kulturlanschaft, die immer häufiger zum Opfer eines haltlosen Flächenverbrauchs wird. Eine Schutzausweisung dieses Gebietes sollte daher dafür Sorge tragen, diese Strukturen zu erhalten und auch jede weitere Bebauung, nicht nur in der unmittelbaren Umgebung, verhindern.

Was zeichnet den Buchholzer Wald aus:

Der Buchholzer Wald und die Krapp sind alte naturnahe, aber auch vom Menschen geprägte Wälder, schon allein wegen ihres Bestandes an alten Stieleichen und Rotbuchen sind sie unbedingt schützenswert. Es steht zu vermuten, dass der Wald ursprünglich ein Erlenbruchwald gewesen ist, der im Verlauf des 18. Jahrhunderts mit Hilfe von Entwässerungsgräben, die noch heute deutlich erkennbar sind, trocken gelegt wurde mit der Zielsetzung, Eichen und Buchen anpflanzen zu können, um diese als Bau- und Brennholz zu nutzen.

Ökologisch bedeutsam ist die Vielzahl an Waldtypen auf kleinstem Raum. So finden sich Relikte des eben genannten Erlenwaldes neben Birkenparzellen, die an Moore erinnern; es gibt neben den Eichenbeständen kleine Flächen mit Eichen-Birken-Wald, der in der Krautschicht vereinzelt ein Vorkommen der Waldbeere aufweist; es wachsen Gesellschaften von Eichen und Kiefern, von Buchen und Eichen, vereinzelt auch die Hainbuche, und es gibt, besonders wertvoll, einen Reinbestand der Rotbuche, sei es als beachtliche Altbäume oder in Gestalt von Buchenhallen.

Der Bergahorn breitet sich aus, hat es aber noch nicht geschafft, zu größeren Bäumen heranzuwachsen. Fast die gesamte Waldfläche zeigt eine gut ausgebildete Strauchschicht, die von der Eberesche und dem Faulbaum dominiert wird.

In den letzten Jahren vermehren sich in der Krautschicht das Schattenblümchen und das Buschwindröschen, während der Rippenfarn und die Stendelwurz-Orchidee eine Seltenheit bleiben.

Mit der Mönchsgrasmücke, dem Kleiber, dem Laubsänger, dem Goldhähnchen und dem Kernbeißer beherbergt der Wald eine Vielzahl an Singvogelarten, gerade die Alt- und Tothölzer garantieren die Lebensgrundlage für den Buntspecht, für den Klein- und Mittelspecht und für den Schwarzspecht.

Das Gleiche gilt für die Greifvögel. Im Wald leben, der Mäusebussard, potentiell der Wespenbussard (Brutnachweis in der Krapp vor einigen Jahren), Habicht und Sperber, Waldkauz und Waldohreule und seit einigen Monaten der Uhu. Das Rehwild muss nicht gesondert erwähnt werden, wohl aber der Dachs, Wiesel und Hermelin und die Blindschleiche.

Melissa-Lara Laws, umweltpolitische Sprecherin Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Oliver Büschgens, umweltpolitischer Sprecher SPD-Fraktion
Stefan Dahlmanns, umweltpolitischer Sprecher FDP-Fraktion

Beschluss laut Protokoll (Bezirksvertretung West):

Die Bezirksvertretung West bittet die Verwaltung zu prüfen ob im Rahmen der 3. Änderung des Landschaftsplans der Stadt Mönchengladbach die Erweiterung des Vorentwurfs mit der Ausweisung des „Buchholzer Waldes“ sowie die Arrondierung dieser Fläche mit der weiteren kleinen Teilfläche „Sittarder Krapp“ möglich ist. Weiter wird gebeten zu prüfen ob das ehemalige Schulhofgelände in Sittard jetzt auch als Naturschutzgebiet (NSG) in das direkt danebenliegende, bereits als NSG ausgewiesene „Sittarder Erlenbruch“ integriert werden kann.

Abstimmungsergebnis: Mit Änderung beschlossen.


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