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Änderungen im Linienkonzept der NEW-Anbindung von Schulen

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Anfrage von Karl Sasserath an den Oberbürgermeister am 21.09.2017

Sehr geehrte Herr Oberbürgermeister,

namens der grünen Ratsfraktion wende ich mich an Sie mit folgendem Anliegen:

Seit dem Ende der Sommerferien gab es in Mönchengladbach etliche Verände­rungen im Öffentlichen Nahverkehr, es gilt ein neuer Busfahrplan. Eine dieser Änderungen im neuen Linienkonzept der NEW betrifft die Linie 026, die jetzt (bis auf kleine Ausnahmen) im Stundentakt verkehrt. Diese Linie wird u.a. von vielen Schülerinnen und Schülern der Gesamtschule Hardt genutzt für ihren Schulweg. Bis Mitte Juli dieses Jahres verkehrte die Linie 026 noch in einem 40-Minuten-Takt. Angewiesen auf diese Linie sind zahlreiche Schülerinnen und Schüler nicht nur der Gesamtschule Hardt, sondern auch der Gesamtschule Rheydt Mülfort, der Hauptschule Rheindahlen, des Gymnasiums Rheindahlen, des Gymnasiums Odenkirchen, der Realschule Wickrath und weiterer Schulen.

Eine Bürgerin aus Hardt machte uns auf die im Zuge der Taktumstellung ent­standenen Probleme für die Schülerinnen und Schüler aufmerksam. Für ihren Sohn, der die Gesamtschule Hardt besucht, bedeutet die Neuerung, dass er zur ersten und zur zweiten Stunde um 7.12 Uhr mit dem Bus ab Hompeschstraße fahren muss. Will er nicht zu spät kommen, startet er um 8.32 Uhr, um den Unterrichtsbeginn um 10.05 Uhr nicht zu verpassen. Als Beispiele für die Rückfahrt führte sie auf:

„Schulschluss nach der sechsten Stunde 13.25 Uhr, Busabfahrt 13.50 Uhr, zu Hause um 14.30 Uhr (wie bisher);

Schulschluss nach der siebten Stunde 14.15 Uhr, Busabfahrt 14.50 Uhr, zu Hause um 15.30 Uhr;

Schulschluss nach der achten Stunde 15.00 Uhr, Busabfahrt 15.50 Uhr, zu Hause um 16.30 Uhr.

Schulschluss nach der neunten Stunde 17.15 Uhr, Busabfahrt 17.50 Uhr, zu Hause um 18.30 Uhr.“


In einem weiteren Schreiben der Schulpflegschaftsvorsitzenden und der Schullei­terin der Gesamtschule Rheydt-Mülfort wird Ähnliches beklagt – ich habe es die­sem Schreiben beigefügt -, hier wird beispielhaft die Buslinie 024 angeführt.

Die Beschwerden der Bürgerin und besorgten Mutter aus Hardt wie die der Ge­samtschule Rheydt-Mülfort mögen beispielhaft für etliche andere Eltern stehen, denn für die von der Fahrplanumstellung betroffenen Schülerinnen und Schüler ist die Neutaktung alles andere als erfreulich, vor allem bei Regenwetter und Kälte. Auch scheint es so zu sein, dass für die Schulen ein Aufsichtsproblem entstanden ist, wenn etwa Unterstufenschüler schon lange vor Unterrichtsbeginn anwesend sind. Es steht zu vermuten, dass mit der neuen Bustaktung Eltern, denen dies möglich ist, ihre Kinder vermehrt mit dem Auto zur Schule fahren und abholen. Das kann aber doch nicht der Zweck der Sache sein.

Vor diesem Hintergrund bitten wir Sie sehr herzlich, sich der oben aufgeführten Problematik anzunehmen und darauf einzuwirken, die mit der Umstellung im Linienkonzept der NEW entstandene missliche Situation im Sinne der betroffenen Schülerinnen und Schüler zu verbessern.

Mit freundlichen Grüßen

Karl Sasserath, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/ Die Grünen

Antwort der Verwaltung vom 12.10.2017

Änderungen im neuen Linienkonzept der NEW / Anbindung an Schulen

Sehr geehrter Herr Sasserath,

für Ihr Schreiben in o.g. Angelegenheit an Herrn Oberbürgermeister Reiners darf ich mich zu­nächst bedanken. Herr Reiners hat mich gebeten, Ihnen zu antworten.

Das Linienkonzept Szenario 2 wurde im Auftrag der Stadt durch das Ingenieurbüro plan:mobil in enger Abstimmung mit der NEW mobil & aktiv erarbeitet. Am 21.09.2016 hat der Rat der Stadt Mönchengladbach dieses Konzept als wichtigen Bestandteil des neuen Nahverkehrsplans be­schlossen. Dabei wurden die Bezirksvertretungen im Vorhinein angehört und umfassende Beteiligungsverfahren, in Form von Bürgerwerkstätten und Befragungen, durchgeführt.

Neben Angebots- und Taktausweitungen beinhaltet dieses Linienkonzept im Rahmen des Haushaltssanierungsplanes (HSP) auch Taktreduzierungen auf schwächer frequentierten Linien. Teil dieser Einsparungsmaßnahmen waren unter anderem die Linien 024 und 026.
Die Linie 024 fährt seit dem diesjährigen Fahrplanwechsel (16.07.2017) im 40-Minuten-Takt, er­gänzt sich jedoch in dem stärker frequentierten Streckenabschnitt zwischen den Haltestellen Aka­zienstraße und Rheydt Hbf. durch Überlagerung mit der Linie 014 (ebenfalls im 40-Minuten-Takt) zu einem 20-Minuten-Takt. Weiterhin wurden die Linienwege angepasst, sodass durch die Linie 014 eine durchgehende Verbindung zwischen Giesenkirchen und dem Nordpark geschaffen wur­de. Die Linie 024 verkehrt dadurch nur noch zwischen Pongs und Rheydt Hbf. Für die im Schrei­ben der Gesamtschule Rheydt-Mülfort genannten Überlastungen der Linie 001 Richtung Mülforter Schulzentrum hat die NEW mobil & aktiv bereits eine Verstärkerfahrt um 07:44 Uhr ab Marienplatz einrichten können.

Die Linie 026 wurde auf einen 60-Minuten-Takt reduziert, jedoch sowohl vormittags als auch nachmittags durch diverse Einsatzfahrten für den Schülerverkehr ergänzt. Da diese Linie zwischen den vier Außenbezirken (Odenkirchen, Wickrath, Rheindahlen, Hardt) verkehrt und dabei ver­schiedene Schulen mit den verschiedensten Schulformen bedient, entsteht ein langer und aufwendiger Fahrweg, der nicht für jeden Wohnort und Schulstandort zu jeder Uhrzeit ein Fahrtangebot bieten kann.

Die zunehmende Problemlage des steigenden Schülerverkehrs im ÖPNV bei gleichzeitig gerin­gem Radverkehrsanteil unter Schülern hat dazu geführt, dass nach Aussage der NEW mobil & aktiv gerade zur morgendlichen Spitzenstunde alle Ressourcen, sowohl in der Fahrzeugflotte als auch beim Personal, ausgereizt sind. Dadurch ist es nicht möglich, jede Fahrbeziehung in dem gewünschten Umfang abzudecken. Für eine Optimierung der ÖPNV-Anbindung an die Schulen wäre außerdem eine stärkere Berücksichtigung des Nahverkehrsangebotes im Schulentwicklungsplan von großer Bedeutung.

Da es sich bei den Taktreduzierungen auf beiden Linien um HSP-Maßnahmen handelt, deren Ein­sparungen gewahrt werden müssen, besteht bezüglich einer Taktanpassung derzeit kein Handlungsspielraum. Mein Fachbereich Stadtentwicklung und Planung steht jedoch in engem Kontakt mit den entsprechenden Abteilungen der NEW mobil & aktiv, um für Beschwerden unter den der­zeitigen Rahmenbedingungen machbare Lösungen zu finden.

Darüber hinaus werden derzeit alle Anregungen und Kritiken gesammelt, um sie möglichst für den nächsten Fahrplanwechsel mit zu berücksichtigen.

Bei einer Vielzahl von positiven Linienverbesserungen im Stadtgebiet ergeben sich verständli­cherweise bei den von Linienkürzungen Betroffenen einzelne Kritikpunkte. Als darüber hinausge­hendes Thema führt der stetig wachsende Schülerverkehr in der morgendlichen Spitzenstunde zu spürbaren Kapazitätsengpässen. Diese im Busverkehr besonders ausgeprägte Spitzenbelastung am Morgen führt zu außerordentlichen personellen und finanziellen Belastungen im ÖPNV. Um hier heue Alternativen für den Schulweg zu schaffen, wird durch den Rat und die Stadtverwaltung das Thema Nahmobilität, durch den aktuell in der Beratung befindlichen Masterplan, nach vorne gebracht. Der hier von Eltern und Schulleitung geäußerten Ansicht, dass dringend bessere und sicherere Radwege erforderlich sind, um auch das Phänomen „Elterntaxi“ zu begrenzen, befindet sich durch bereits begonnene Maßnahmen, z. B. „Blaue Route“, in der Umsetzung.

Parallel hierzu werden derzeit für die weitere Verbesserung des Linienangebotes und zur Reduzie­rung der Kapazitätsengpässe durch die NEW zum nächsten Fahrplanwechsel neue Fahrzeuge angeschafft und neues Personal eingestellt. Aber auch künftig wird es einzelne Fahrtwünsche geben, die unter wirtschaftlichen Aspekten nicht erfüllbar sind.

Ich hoffe, Ihre Anfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

Jürgen Beckmann, Ltd. Stadtbaudirektor

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