Anfrage der FraktionSport / Freizeit

Sachstand des Projektes „Kunstoff-Mini-Felder“

Anfrage von Reinhold Giesen in der Bezirksvertretung West am 12.05.2020

Sachstand des Projektes „Kunstoff-Mini-Felder“

Ich bitte die Verwaltung mich über den Sachstand des Projektes „Kunststoffrasen-Mini-Spielfelder“ zu unterrichten.

Meine Nachfrage begründe ich wie folgt:

Die Sportverwaltung und die Borussia-Stiftung haben ein gemeinsames Projekt zur Errichtung von Kunststoff-Mini-Spielfeldern im Stadtgebiet ins Leben gerufen. Eine Information erfolgte hierzu bisher ausschließlich im Freizeit-, Sport- und Bäderausschuss zuletzt am 11.02.2020 (Vorlagen-Nr. 4352/IX).
Bisher konnten in den Stadtbezirken von 14 Standortvorschlägen 12 realisiert werden. Insbesondere die Ergebnisse der durchgeführten Sozialraumanalysen in den Bezirken, die Planungsstände in den Bezirken sowie die Erläuterungen der Gründe zur Entscheidung der nicht umzusetzenden Vorschläge tangiert die bezirklichen Angelegenheiten. Die Berichterstattung soll dazu beitragen, den Sachstand, die Entscheidungen sowie die weiteren Planungen transparent zu machen. Daneben werden als Nutzerzielgruppen Kinder und Jugendliche zwischen 6 Jahren bis unter 20 Jahren in der Sozialraumanalyse angesprochen, wodurch auch eine Information des Jugendhilfeausschusses angezeigt ist. Insbesondere kann durch die Berichterstattung das Gesamtbild des Angebotes für Kinder und Jugendliche aus dem Bereich Sport vervollständigt werden.

Antwort der Verwaltung vom 19.05.2020

Sehr geehrter Herr Giesen,

als Antwort auf Ihre Anfrage in der Bezirksvertretung West vom 12.05.2020 verweise ich auf die Berichtsvorlage-Nr. 4352/IX (als Anlage beigefügt) und die dazugehörigen Anlagen aus dem Freizeit-, Sport- und Bäderausschuss am 11.02.2020. Dort hat die Verwaltung ausführlich über den Sachstand des Projektes „Kunststoff-Mini-Spielfelder“ berichtet.

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Bericht Projekt Kunststoff-Mini-Spielfelder

Zur Kenntnisnahme:

Im Jahr 2014 haben die Sportverwaltung und die Borussia-Stiftung ein gemeinsames Projekt zur Errichtung von Kunststoffrasen-Mini-Spielfeldern im Stadtgebiet als Weiterführung des bis dahin vom Deutschen Fußball-Bund durchgeführten Projektes „DFB-Mini-Spielfelder“ ins Leben .gerufen. Um insbesondere auch dem Stiftungszweck, der Förderung sozialer Maßnahmen zur Integration Jugendlicher in die Gesellschaft, zu entsprechen, sollten diese Mini-Spielfelder vor allem an sozial-räumlich notwendigen Standorten geschaffen werden. Die Finanzierung der Spielfelder erfolgt jeweils zu 50% über städtische Mittel aus der Sportpauschale des Landes NRW und zu 50% über Mittel aus der Borussia-Stiftung. In der Regel handelt es sich bei den Spielfeldern um bereits bestehende, hoch ’sanierungsbedürftige Bolzplätze, die durch die Modernisierung mit einem Kunststoffrasenbelag eine deutliche Aufwertung erfahren.

Der Freizeit-, Sport- und Bäderausschuss wurde erstmalig in seiner Sitzung vom 18.02.2014 über das Projekt informiert (verwiesen wird auf Berichtsvorlagen-Nr. 3666/VIII). Bei der anschließenden Suche nach geeigneten Standorten wurden neben den Standortvorschlägen der Sportverwaltung auch Vorschläge der Ausschussmitglieder berücksichtigt. Die somit zusammengetragenen 14 Standortvorschläge wurden anschließend einer Sozialraumanalyse, unterzogen. Berücksichtigt wurden hierbei insbesondere die folgenden drei Kriterien: Anteil der Einwohner mit Migrationshintergrund, Anteil der SGBII- und SGBIII-Empfänger und Anteil der Kinder- und Jugendlichen im Alter von 6 bis unter 20 Jahren. Über ein eigens entwickeltes Punktesystem erhielten die Standorte abschließend eine sozialräumliche Priorisierung.

Die der Berichtsvorlage als Anlage 1 beigefügte Übersicht zeigt, dass von den 14 Standortvorschlägen, die im Rahmen der Sozialraumanalyse näher betrachtet wurden, bis zum heutigen Zeitpunkt bereits sechs Standorte umgesetzt sind oder sich in der Umsetzung befinden. Hierbei handelt es sich um die Standorte Mathildenstraße, Hülserkamp, Jahnplatz, Römerbrunnen, Logenstraße und Sportanlage Rheydt 08. Zwei weitere Spielfelder an den Standorten Hehner Straße, und Scheulenstraße sind ebenfalls bereits. im Rahmen des Projektes beschlossen und werden zeitnah umgesetzt. Auf der Sportanlage Stapper Weg entsteht ein weiteres Mini-Spielfeld, welches außerhalb der Belegungszeiten des Vereins ebenfalls durch die Öffentlichkeit genutzt werden kann. An den Standorten Regentenstraße und Heidegrund wurden mit Unterstützung der Borussia-Stiftung und des Vereins Gofus e.V. zwei weitere Mini-Spielfelder geschaffen. Aus dem Projekt „DFB-Mini-Spielfelder“ wurde bereits zu einem früheren Zeitpunkt ein Spielfeld an der Katholischen Grundschule Holt errichtet.

Insgesamt stehen im Stadtgebiet nach Abschluss. der Baumaßnahmen zu den bisher beschlossenen Spielfeldern zwölf Kunststoffrasen-Mini-Spielfelder zur Verfügung. Eine Übersicht dieser Spielfelder ist der Berichtsvorlage als Anlage 2 beigefügt. Alle bisher errichteten Spielfelder werden intensiv von Kindern und Jugendlichen genutzt und tragen somit zu einer deutlichen Aufwertung des jeweiligen Stadtteils bei.

Eine Analyse der bisher umgesetzten Standorte unter Berücksichtigung der sozialräumlichen Kriterien zeigt deutlich, dass sich alle Spielfelder an Standorten befinden, die im Rahmen der, Sozialraumanalyse als sinnvoll eingestuft wurden. An nahezu allen Standorten ist in der

– Bevölkerung ein überdurchschnittlicher Anteil von SGBII- und SGBII-Empfängern sowie an Einwohnern mit Migrationshintergrund erkennbar. Zudem liegt bei. allen Standorten (bis auf den auf den Standort der Grundschule an der Regentenstraße) der Anteil der Kinder und Jugendlichen im Alter von 6-20 Jahren über dem gesamtstädtischen Durchschnitt, sodass eine intensive Nutzung der Spielfelder gewährleistet ist. Eine Darstellung der Analyse der bisher umgesetzten Standorte ist der Vorlage als Anlage 3 beigefügt. Betrachtet man die geografische Verteilung der Standorte (siehe Anlage 5), so wird deutlich, dass sich die bisherigen Spielfelder insbesondere in den Innenstadtbereichen von Mönchengladbach und Rheydt befinden und räumlich gut verteilt sind. Es sind allerdings auch noch Lücken bzw. bisher nicht berücksichtigte Stadtteile erkennbar, die für zukünftige Standorte geeignet wären.

Bei der Betrachtung der acht bisher nicht umgesetzten Standortvorschläge (verwiesen wird auf Anlage 4 der Berichtsvorlage) wird deutlich, dass sich fünf dieser Standorte in Stadtteilen. befinden, bei denen die sozial-räumliche Notwendigkeit zur Errichtung eines Spielfeldes nicht gegeben ist. Bei den drei Standortvorschlägen Odenkirchener Straße, Bonnenbroicher Straße und Burgmühle ist eine sozial-räumliche Notwendigkeit gegeben. Hier liegen anderweitige Gründe vor, dass eine Umsetzung bisher nicht erfolgt ist. Bei dem Vorschlag Odenkirchener Straße handelt es. sich um die Parkanlagen rund um das Theater in Rheydt. Die Umsetzung des Spielfeldes wurde im Rahmen des Projektes „Hey Rheydt“ diskutiert, letztendlich aufgrund des hohen Aufwandes (komplette Neuanlage, Aufgabe eines-Parkplatzes, Spielfeld sehr nah an Wohnbebauung) und den damit verbundenen Kosten nicht weiter verfolgt. Auch am Standort Burgmühle müsste ein kompletter Neuaufbau eines Spielfeldes (Neubau einer Drainage, Aufbau des Bodens, Errichtung umfangreicher Zaunanlagen etc.) stattfinden, sodass eine Umsetzung bisher nicht möglich war. Eine Umsetzung des Standortvorschlags Bonnenbroicher Straße wird nicht gesehen, da sich in unmittelbarer Nähe bereits drei Spielfelder (Jahnplatz, Scheulenstraße, Sportanlage Rheydt 08) befinden.

Bei der Auswahl zukünftiger Standorte für Kunststoffrasen-Mini-Spielfelder sollten weiterhin die Ergebnisse der Sozialraumanalyse maßgebend sein. Zudem hat, wie bisher auch, eine Einzelfallprüfung anhand weiterer Kriterien (u.a. bereits vorhandene Infrastruktur, umliegender Baumbestand, Nähe zur Wohnbebauung etc.) zu erfolgen. Betrachtet man die Summe aller drei relevanten Kriterien aus der Sözialraumanalyse (Anteil der Einwohner mit Migrationshintergrund, Anteil der SGBII- und SGBIII-Empfänger und Anteil der Kinder- und Jugendlichen im Alter von 6 bis unter 20 Jahren) so wird deutlich, dass neun Stadtteile verbleiben, die über dem gesamtstädtischen Durchschnitt liegen und in denen noch kein Kunststoffrasen-Mini-Spielfeld realisiert  werden konnte. Diese Stadtteile sind: Dahl, Westend, Heyden, Schmölderpark, Hardterbroich-Pesch, Eicken, Odenkirchen-Mitte, Odenkirchen-West und Lürrip.


Die Sportverwaltung wird ihre Suche-nach geeigneten Standorten zukünftig auf diese Stadtteile konzentrieren und die Standortvorschläge anschließend wieder in Einzelvorlagen dem Freizeit-, Sport- und Bäderausschuss zur Beschlussfassung vorlegen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Gert Fischer, Beigeordneter

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