Unnötige Risiken: Grüne fordern Stopp der Castor-Transporte

Mönchengladbach/Ahaus. Trotz des Atomausstiegs 2022 bleibt die Problematik der Atommülllagerung ungelöst: Ab diesem Jahr sind 152 genehmigte Castor-Transporte vom Forschungszentrum Jülich ins umstrittene „Zwischenlager“ Ahaus geplant – mit hoher Wahrscheinlichkeit auch durch das Stadtgebiet Mönchengladbachs. „Diese Transporte sind nicht nur gefährlich, sondern auch völlig unnötig. Sie widersprechen dem Grundsatz, Atommüll sicher am Entstehungsort zu lagern, bis ein Endlager gefunden ist“, betont Ilka Bresges, Sprecherin des Kreisverbands Bündnis 90/Die Grünen Mönchengladbach.

Hintergrund: Noch bis zum Jahr 2036 gilt die Erlaubnis für den Betrieb des Zwischenlagers Ahaus. Die Stadt im Münsterland, rund 140 Kilometer von Mönchengladbach entfernt, hatte in der Vergangenheit erfolglos versucht, sich gegen diese Genehmigung gerichtlich zu wehren. Trotz des Gerichtsurteils des Oberverwaltungsgerichts NRW bleiben erhebliche Bedenken, insbesondere weil die Genehmigung für einen Teil der Behälter bereits 2032 ausläuft. Bürgerinitiativen und Umweltschutzverbände lehnen eine bloße Verlängerung der Lagerung ab und fordern alternative Lösungen.

Damit nicht genug: Auch im nicht weit entfernten Jülich verzögert sich seit Jahren der Bau eines sicheren Zwischenlagers, während in Garching (Bayern) der stillgelegte Forschungsreaktor mit hochangereichertem Uran wieder hochgefahren werden soll – angeblich, um Platz für die Castoren in Ahaus zu schaffen. „Das ist keine Lösung, sondern eine riskante Problemverschiebung. Die Bundesregierung und das Bundesamt für nukleare Entsorgung müssen endlich Vor-Ort-Lagerungen ermöglichen und die Sorgen der Kommunen ernst nehmen“, kritisiert Bresges.

Die Grünen in Mönchengladbach fordern daher:

  • Sofortiger Stopp aller unnötigen Castor-Transporte quer durchs Land – stattdessen ein bundesweites, transparentes Zwischenlagerkonzept bis zur Endlagerung.
  • Sichere Zwischenlager an den Entstehungsstandorten, statt riskanter Verlagerungen nach Ahaus.
  • Keine Wiederinbetriebnahme des Reaktors Garching mit hochangereichertem Uran!

Da die genauen Transporttermine aus „Sicherheitsgründen“ geheim gehalten werden, wird die Grüne Fraktion im Mönchengladbacher Stadtrat nachfragen, welche Notfallpläne die Stadt für den Fall eines Atomunfalls während der Transporte vorsieht. „Die Bevölkerung hat ein Recht auf maximale Sicherheit – und die beginnt damit, diese vermeidbaren Risiken gar nicht erst einzugehen“, unterstreicht Ilka Bresges.