Obdachlosen- und Wohnungshilfe stärken

Gemeinsamer Fraktionsantrag
Ausschuss für Soziales, Senioren, Gesundheit und Gleichstellung: 09.03.2023

Beratungsgegenstand
Obdachlosen- und Wohnungslosenhilfe stärken

Beschlussentwurf:
Der Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Senioren und Gleichstellung beschließt:

Die Verwaltung wird beauftragt, die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren der Obdachlosenhilfe/Wohnungslosenhilfe zu stärken und vor allem dem ehrenamtlichen Engagement eine intensivere Koordination anzubieten. Ziel ist es, die vielfältigen Angebote städtisch beauftragter Träger und ehrenamtlicher Initiativen zeitlich sowie inhaltlich weiter abzustimmen. Dabei sollen räumlich insbesondere die Zentren von Mönchengladbach und Rheydt in den Blick genommen und dabei zusätzliche zentrumsnahe Schlafmöglichkeiten für obdachlose/wohnungslose Frauen gemeinsam mit den Trägern sowie ehrenamtlichen Initiativen geprüft werden. Gleichzeitig sollen verstärkt Ansprechstrukturen im Sinne allgemeiner Sozialberatung ausgebaut werden. Die Verwaltung stellt nach Abstimmung mit den involvierten Trägern und ehrenamtlichen Initiativen dar, welche Ressourcen dafür notwendig sind und ob Fördermittel eingeworben werden können. Aufbauend darauf sind die Ergebnisse, Anregungen und Ideen der intensivierten Austauschformate im Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Senioren und Gleichstellung regelmäßig darzustellen.

Begründung:
Mehrere Gespräche zum Thema Obdachlosigkeit mit ehrenamtlichen Initiativen sowie der freien Wohlfahrtpflege haben verdeutlicht, dass weitere Strukturen notwendig sind, um von Obdachlosigkeit Betroffene ganzheitlich zu unterstützen. Die begonnene Aufarbeitung nach der Räumung der Heinrich-Sturm-Straße haben verdeutlicht, dass Angebote noch besser aufeinander abgestimmt werden sollte, um den Wirkungsgrad zu erhöhen. Damit sind insbesondere die Vernetzung sowie die Staffelung von Angeboten gemeint.

Die Diskussion um das ausgelaufene Förderprogramm „Endlich ein Zuhause!“ für speziell obdachlose Frauen hat gezeigt, dass durch eine wegbrechende Landesförderung Kompensation gefunden werden muss. Daher ist es umso wichtiger, dass die vorhandenen Angebote immer wieder evaluiert und an die heutigen Gegebenheiten angepasst werden, um neue und zielgruppenspezifische Unterstützungsleistungen zu ermöglichen.

Konkret geht es um eine stärkere Koordinierung der vielfältigen haupt- und ehrenamtlichen Strukturen im Bereich der Obdachlosenhilfe. Ziel der stärkeren Koordinierung soll ein ganzheitlicher Ansatz sein, der eine Vielzahl von inhaltlich sowie zeitlich abgestimmten Angebote für alle Betroffenen – unabhängig von Alter und Geschlecht – sicherstellt. Dabei sollen bestehende Ansätze, die an Geschlecht oder Alter knüpfen, ein Teil der Gesamtkoordinierung sein. Auch bestehende Strukturen wie die Sicherheitskooperation Vitus sollen dabei weitergeführt und sinnvoll eingebunden werden. Der Fokus der Koordinierung soll auf die unmittelbare Unterstützung für die Betroffenen gelegt werden.

Mönchengladbach, 27.02.2023

Janann Safi, SPD-Fraktionsvorsitzender
Dr. Boris Wolkowski / Ulla Schmitz, Fraktionssprecher*in Bündnis 90/Die Grünen
Achim Wyen, FDP-Fraktionsvorsitzender

Dieser Antrag wurde im Ausschuss für Soziales, Senioren, Gesundheit und Gleichstellung mit Enthaltungen einstimmig beschlossen.

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