Ein lebensgroßer Sensemann steht seit gestern im Hardter Wald. Bündnis 90/Die Grünen Mönchengladbach und der NABU MG setzen damit ein bewusstes Zeichen gegen die mögliche Zerstörung wertvoller Waldflächen durch die im Regionalplan Düsseldorf ausgewiesene Windenergiefläche.
Denn sollte die Fläche tatsächlich für Windenergie genutzt werden, könnten für Anlagen, Zufahrten und Infrastruktur Rodungen notwendig werden. Betroffen wäre unter anderem eine rund 180 Jahre alte Stieleiche – ein lebendiges Stück Stadtgeschichte. Auch zahlreiche weitere Bäume und Lebensräume könnten verloren gehen.
„Wir stehen fest zum Ausbau erneuerbarer Energien. Aber Klimaschutz darf nicht bedeuten, dass wir wertvolle Natur opfern. Wenn es Alternativen gibt, müssen wir sie nutzen. Der Hardter Wald ist kein beliebiges Areal – er ist ein Schatz, den wir schützen müssen“, betonen Michael Reichmann, Co-Vorstandsprecher der Grünen Mönchengladbach und Kurt Sasserath vom NABU.
Ein Wald mit wichtigen Funktionen
Der Hardter Wald – ein Ort, an dem die Mönchengladbacher aufatmen können!
Er kühlt die Stadt, speichert Wasser, unterstützt die Grundwasserneubildung und bietet Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Gerade angesichts zunehmender Hitzeperioden sind diese Funktionen für eine klimaresiliente Stadt von großer Bedeutung. Windenergie im Wald bedeutet dagegen Eingriffe in bestehende Ökosysteme. Deshalb müssen Auswirkungen auf Natur, Wasserhaushalt, Stadtklima und Erholung transparent und fachlich fundiert geprüft und mögliche Alternativen ernsthaft betrachtet werden.
Bemerkenswert ist dabei, dass sich die Stadt Mönchengladbach im Verfahren selbst gegen Windenergieanlagen im Hardter Wald ausgesprochen hat. Als Gründe wurden unter anderem naturschutzfachliche Aspekte sowie die Bedeutung des Waldes für Stadtklima und Erholung angeführt.
Hardter Wald und JHQ gemeinsam schützen
Die Initiative fordert, den Hardter Wald und das JHQ nicht isoliert und nicht allein unter wirtschaftlichen oder städtebaulichen Gesichtspunkten zu betrachten. Beide großen Freiräume sind wichtige Bausteine für Klimaschutz, Grundwasser, Hochwasserschutz, Artenvielfalt und Naherholung. Sie sollten deshalb als gemeinsames ökologisches Verbundsystem erhalten und weiterentwickelt werden.
Deshalb ist jetzt auch bürgerschaftliches Engagement gefragt. Für den Hardter Wald braucht es eine starke Stimme der Bürgerschaft, um lokale Interessen und naturschutzfachliche Bedenken sichtbar zu machen.
Energiewende: Ja. Waldzerstörung: Nein.
Die Energiewende ist unverzichtbar. Sie muss aber dort stattfinden, wo sie möglichst naturverträglich umgesetzt werden kann.
Der Sensemann soll wachrütteln: Eine 180 Jahre alte Eiche können wir nicht ersetzen. Und ein gewachsenes Ökosystem schon gar nicht.