Windenergieanlagen im Hardter Wald: Der Sensemann zieht um

Initiative kritisiert Standortentscheidung und fordert Antworten zur Auswahl der Windkraftflächen

Der Sensemann zieht um: Vor wenigen Wochen hatte eine Initiative aus Bündnis 90/Die Grünen Mönchengladbach und der NABU MG die lebensgroße Figur als Mahnmal an einer großen Eiche im Hardter Wald aufgestellt, um auf die drohende Fällung von Bäumen für die geplanten Windenergieanlagen aufmerksam zu machen. Nun wurde der Sensemann an einem neuen Standort aufgebaut – als sichtbares Zeichen dafür, dass der Konflikt um die geplanten Anlagen längst nicht beendet ist.

Die letzte Änderung des Regionalplans wirft aus Sicht der Initiative weiterhin erhebliche Fragen auf. Erst mit der 18. Änderung wurden die beiden Standorte in den Hardter Wald aufgenommen. Als Begründung wird unter anderem die vergleichsweise geringe ökologische Wertigkeit des Waldbestandes angeführt. Damit seien auch die von der Stadt vorgebrachten Natur- und Artenschutzbedenken nicht bestätigt worden.

„Wir fragen uns, nach welchen Kriterien diese Standorte tatsächlich ausgewählt wurden“, so die Initiative. Denn während die Stadt selbst naturschutzfachliche Bedenken gegen die Standorte im Hardter Wald vorgebracht habe, soll ausgerechnet dieser Wald nun für die Errichtung von Windenergieanlagen genutzt werden.

Besonders widersprüchlich erscheint die Entscheidung vor dem Hintergrund des ohnehin schwierigen Flächenmanagements in Mönchengladbach. Die Stadt verfügt über vergleichsweise wenig Wald und hat bereits seit Jahren Schwierigkeiten, die für Eingriffe in Natur und Landschaft erforderlichen Ausgleichs- und Kompensationsflächen bereitzustellen. Gleichzeitig soll nun für die Windenergie im Hardter Wald Waldfläche in Anspruch genommen werden.

Die Initiative stellt deshalb die Standortentscheidung grundsätzlich infrage. Zwei der Anlagen sollen auf Ackerflächen entstehen – und genau das ist richtig und sinnvoll. Umso unverständlicher ist es, dass die übrigen Anlagen trotzdem in den Wald gesetzt werden sollen, obwohl es Alternativen gibt.

Gerade die Landwirtschaft ist in diesem Sommer durch die extreme Dürre massiv belastet. Viele Betriebe sind dringend auf zusätzliche Einnahmequellen angewiesen, und die Pacht für eine Windenergieanlage kann für Landwirtinnen und Landwirte ein wichtiger wirtschaftlicher Ausgleich sein. Wenn also geeignete Ackerflächen vorhanden sind und Landwirte den Bau ausdrücklich unterstützen, stellt sich umso mehr die Frage, warum ausgerechnet der Wald belastet werden soll.

Die Bürgerinnen und Bürger wollen die Entscheidung deshalb nicht einfach hinnehmen und prüfen weitere Schritte gegen die Festlegung der Standorte.

Der Sensemann bleibt damit ein Mahnmal – nur sein Standort ändert sich.